Zweiter Weltkrieg  >Einer von denen war ich<

 Die Erlebnisse eines jungen Soldaten im Zweiten Weltkrieg;
Reif gemacht für das Schlachtfeld - eingeschlossen in der “Hitler-Festung Klessin” -
Lange Kriegsgefangenschaf

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t mit drei Fluchtversuchen!

Eine Erzählung aus dem
Zweiten Weltkrieg

von Hugo Reinhart

Jetzt auch als eBook

 

 

 

 

 


 

Das
ideale Geschenk
für den Mann!

Ein Blick in das Buch

Einberufung zur Wehrmacht

Reif gemacht für das Schlachtfeld

Es ist der 18. September 1944. Mann oh Mann, haben die es eilig. Drei Tage bin ich jetzt daheim, nun wollen die mich schon wieder haben. Am 15. September bin ich aus dem Reichsarbeitsdienst (RAD) entlassen worden und schon heute habe ich den Einberufungsbefehl zur Wehrmacht erhalten. Er kam per Einschreiben. Ein Freifahrtschein liegt gleich bei, wir werden abgeholt, steht hier. Die Wehrmacht braucht Soldaten! „Ja, Hitler braucht Kanonenfutter!!!“ sagt mein Vater. Meine Mutter antwortet darauf: „Albin sei still, die holen dich noch einmal!“ Am 1. Oktober muss ich mich in Siegen beim Grenadier-Regiment 57 melden. Zwölf Tage sind das noch und die sind wirklich schnell vorbei.

Heute, am 1. Oktober, morgens um 7 Uhr geht die Fahrt mit dem Zug von Hilders, über Fulda und Gießen, nach Siegen. Gegen 10 Uhr bin ich angekommen. Mit meinem kleinen Koffer stehe ich auf dem Bahnsteig. Ich stehe nicht alleine. Viele junge Leute mit Koffer oder auch einem festen Karton, der durch eine Schnur mit Trageschlaufe zusammengehalten wird, haben mit mir den Zug aus Fulda verlassen. Ein großgewachsener Unteroffizier, er überragt uns alle, fällt sofort auf. Er hebt seinen rechten Arm und meldet sich zu Wort: „Alle, die den Einberufungsbefehl zum Grenadier-Regiment 57 erhalten haben, hier sammeln!“, ruft er uns in einem scharfen Kommandoton zu. Wir sind über siebzig Mann, müssen antreten und marschieren hinauf zum Heidenberg in die Kaserne. Diese liegt hoch über der Stadt. Siegen liegt uns zu Füßen, unten im Tal.

Ein Ausbildungs-Bataillon der Panzergrenadiere sind wir. Wir werden in drei Kompanien eingeteilt und unsere Kompanie muss antreten. Nach Körpergröße sortiert, werden wir in drei Züge und mehrere Gruppen aufgeteilt. Nun erfolgt die Einweisung in einen Kasernenblock und jede Gruppe mit 10 Mann erhält eine Stube zugewiesen. Gleich darauf hat uns der militärische Drill erreicht. Auf dem Gang ertönt der schrille Pfiff einer Trillerpfeife und sofort darauf in einem scharfen Befehlston das Kommando: „Heraustreten zum Einkleiden!“. Im Kasernenhof wird angetreten und wir marschieren zur Kammer. Als erstes erhält jeder eine Zeltplane. Es geht an einem langen Tresen vorbei. Wir werden von den Kammerbullen kurz beäugt und erhalten unsere komplette Ausrüstung von der Gasmaske über Uniform mit Unterwäsche und vom Bettzeug bis zum Stahlhelm.

Die Uniformjacken für den Dienst stammen noch aus Kaiser Wilhelm‘s Zeiten. Meine Stiefel sitzen eng an meinen Füßen. Ich habe Schwierigkeiten beim Anziehen derselben. Strümpfe gibt es nicht, stattdessen Fußlappen. Das Anlegen und das richtige Falten dieser wird uns in einer Unterrichtsstunde gleich am ersten Tag beigebracht. Auch die richtige Fußpflege sowie einiges andere wird sofort gelernt. Unsere eigenen Klamotten müssen wir im Koffer gesammelt abgeben. Dieser wird mit unserer Heimatanschrift versehen aufbewahrt. Müde krieche ich am Abend in einem langen Nachthemd ins Bett. Zapfenstreich.

Morgens um sechs, ich bin noch in tiefem Schlaf, ertönt auf dem Flur diese schreckliche Trillerpfeife und das Kommando „Aufstehen!“. Ich brauche einige Sekunden, um zu begreifen wo ich bin. Dann bin ich mit einem Sprung aus dem Bett und es geht ab in den großen Waschraum. Kaltes Wasser fließt aus einem dicken Wasserhahn über meinen Körper und macht mich frisch. Auch die Füße kommen zur Abhärtung unter das eiskalte Wasser. Es geht zurück in die Stube zum Anziehen. Die Fußlappen werden wie gelernt angelegt. Beim Anziehen der Knobelbecher (Stiefel) habe ich Schwierigkeiten. Ich fasse diese mit beiden Händen an zwei Schlaufen, die rechts und links am Schaft angebracht sind, ziehe und trete solange mit der Stiefelspitze an den Türrahmen bis die Füße im Stiefel sitzen. Es kostet mich Zeit, diese ist knapp.Andere sind schneller. Die Kaffeeholer kommen mit dickem Malzkaffee in einer großen Aluminiumkanne, dazu gibt es dunkles Kommisbrot, das wir mit Margarine und Marmelade bestreichen. Wir sitzen um unseren großen Tisch auf unseren Schemeln in der Stube und trinken den Kaffee. Die Betten und der Spind werden gebaut. Stube, Waschraum und Scheißhäuser (ist die gängige Soldatensprache für Toiletten) werden gereinigt. Der UvD erscheint zur Stubenabnahme. Dann heißt es „Heraustreten zum Dienst“.

Das ganze Bataillon ist im Karo angetreten. Die Kompanieführer machen dem Bataillons-Kommandeur ihre Vollzähligkeitsmeldung und die Kompanien beginnen mit Ihrem Dienst. Das Marschieren im Gleichschritt wird geübt. „Links, links, links zwei drei vier, links, links, links zwei drei vier“ ertönt die Stimme des Ausbilders. Dann das Kommando „Linksschwenk Marsch“, … oder „Rechtsschwenk Marsch“. So hallt es über den Exerzierplatz. Die einzelnen Züge marschieren und übengetrennt. Kommt einer aus dem Gleichschritt, heißt es „Laufen, Marsch, Marsch!“, dann „Hinlegen, Liegestütze!“. Der Zugführer oder Gruppenführer steht da und zählt. Bei jeder Zahl machen wir einen Liegestütz. Oft bis es nicht mehr geht. So werden wir den ganzen Vormittag hin und her gescheucht. Auch den Paradeschritt müssen wir üben, obwohl wir diesen bestimmt nicht mehr brauchen.

Mein Stahlhelm ist viel zu groß und rutscht mir ständig ins Gesicht. Selbst das engere Anziehen des Ledereinsatzes im Helm hilft nichts. Ich gehe zur Kammer und trage strammstehend, mit an die Hosennaht angelegten Händen, mein Anliegen vor. „Der Stahlhelm passt“ werde ich von einem Kammerbullen angeschrien, dann das laute Kommando „Raus!!!“. Ich gehe mit meinem Stahlhelm zurück. In der Gruppe angetreten kommt das Kommando „Stillgestanden“. Mein Stahlhelm rutscht wieder bis über meine Augenbrauen ins Gesicht. Der Unteroffizier brüllt mich an: „Nimm den Kopf hoch du Verbrecher!“. Ich beschreibe ihm, wie sich diese Sache verhält. Er lässt sich von mir den Stahlhelm geben, klemmt sich diesen unter den Arm, marschiert an der Gruppe vorbei in die Kammer und kommt mit einem passenden Helm zurück.

Ich bin froh, dass es Mittag wird. Müde geht es die Treppe hoch in unsere Stube. Doch wir haben keine Ruhe. Schon ertönt wieder diese Trillerpfeife vom UvD und es wird angetreten zum Mittagessen in der Kantine. Nach der Mittagspause empfangen wir unsere Waffen. Ich erhalte eines von den neuen Schnellfeuergewehren mit einem 10-Schuss-Magazin. Danach haben wir Unterricht. Wir lernen unsere Waffen kennen.

So vergehen die Tage. Wir sind in unserer Stube. Der Gruppenführer, ein Unteroffizier, erklärt uns das Sturmgewehr. Mit dem Schaft hat er es auf den Tisch gestellt, der Lauf zeigt senkrecht nach oben. Er hat ein leeres Magazin eingelegt, sein Zeigefinger liegt am Abzug. Er erklärt uns den Anschlag vom Abzug, dann drückt er diesen durch. Ein lauter Knall in unserer Stube! In der Kammer des Sturmgewehrs hatte sich noch eine Patrone befunden, die in die Zimmerdecke eingeschlagen ist. Vor Schreck wird er leichenblass. Sein Blick geht nach oben zur Decke und schon ist er im Sturmschritt aus dem Raum verschwunden. Erleichtert kommt er aus dem Zimmer über uns zurück. Die Kugel hat die Decke nicht durchschlagen, es ist nichts passiert. Er hatte die Waffe zur Vorführung in der Waffenkammer empfangen. Bei einer Schießübung wurde diese Waffe aber nicht vorschriftsmäßig entleert. Da hat er, und wir natürlich auch, nochmal Glück im Unglück gehabt.

Der Dienst in der Ausbildung ist hart. Wir werden gejagt und geschliffen, wo es nur geht. In diesen drei Monaten der Grundausbildung werden wir reif gemacht für das Schlachtfeld. In einer seiner guten Stunden sagt uns unser Unteroffizier, der übrigens ein alter Hase mit Fronterfahrung ist und einige Verwundungen erlitten hat, dass das so seine Richtigkeit hat. Im Fronteinsatz würden wir ihm dankbar sein für diesen Drill. Unweit von dem Ort Trupbach haben wir unseren Übungsplatz. An einem alten, ausgedienten Panzer wird uns das Erstürmen und Knacken eines solchen beigebracht. Wir schießen mit der Panzerfaust auf Attrappen, kriechen mit voller Ausrüstung durch das Gelände und spielen Krieg. Kalte November- und Dezembernächte verbringen wir in Erdlöchern oder Ginsterhütten, die wir aufgebaut haben.

Nach fünf Wochen Dienst fragt mich mein Unteroffizier, ob ich auf seiner Stube Putzer machen will. Selbstverständlich sage ich ja. Er bringt mich in sein Zimmer. Ein schöner Raum, es stehen drei Betten darin. Hier sind die Gruppenführer aus unserem Zug untergebracht. Jetzt brauche ich am Vormittag nicht mehr zum Außendienst. Ein Vorteil für mich!

Die warme Verpflegung in der Kaserne ist schlecht. Es gibt Pellkartoffeln, die wir an der Essensausgabe in unserer Kopfbedeckung, unserem Schiffchen, empfangen oder eine Gemüsesuppe und immer wieder diesen Eintopf. Wenn es einmal Fleisch gibt, dann sind das regelmäßig Klopse, die stark nach Kartoffeln schmecken.

Wir werden in Waggons verladen und es geht nach Schwarzenborn auf einen Truppenübungsplatz. In der Nacht ist unser Zug für einige Stunden auf der Station „Götzenhof“ abgestellt, nicht weit von meiner Heimat. Einer von uns ist aus Götzenhof. Er hat es nicht weit und darf für kurze Zeit nach Hause. Es ist schon Abend, als wir in Schwarzenborn ankommen. Hier liegt Schnee. Wir werden in Baracken eingewiesen. Ein großer Kanonenofen steht in der Bude, aber dieser ist eiskalt, denn es gibt kein Brennmaterial. Wir schwirren in die Nacht auf der Suche nach Brennbarem, aber zu finden ist nichts. Schon viele haben hier vor uns nach Holz gesucht. Ich denke, dass ich der Einzige bin, der nichts findet. Daher suche ich in der Dunkelheit fleißig weiter. Endlich, nach über einer Stunde stoße ich auf einen ansehnlichen Ast. Jetzt habe ich in der dunklen Nacht meine Mühe bis ich zurückfinde. Angekommen, stelle ich fest, dass ich der Einzige bin, der Brennholz gefunden hat. Für ein paar Stunden haben wir eine warme Stube!

Wir nehmen an einem Manöver teil und spielen wieder einmal Krieg. Unsere Kompanie gehört zum Feind und wurde, wie sich das gehört, zum Schluss besiegt. Mit anderen Soldaten unserer Gruppe wurde ich gefangen genommen und abgeführt. Nach 10 Tagen geht es zurück nach Siegen. Am 16. Dezember hatte hier ein großer Luftangriff stattgefunden, von dem wir Gott sei Dank nichts mitbekommen haben. Eine Luftmine ist in unseren Nachbarblock eingeschlagen und hat die Stirnseite von diesem zerstört. Ein Drittel von dem Bau fehlt, nur noch Trümmer.

Weihnachten 1944 verbringen wir bescheiden in unserer Stube. Unsere Grundausbildung geht zu Ende, und der Dienst wird ruhiger. Der Januar ist kalt. Die Amerikaner rücken an der Westfront näher und wir hören schon in der Ferne den Geschützdonner.

 

 

In Panik verfallen

Es ist der 1. Februar 1945. Der Dienst ist vorbei und wir sind abends auf unserer Stube. Gegen 19 Uhr ertönt wieder einmal die Sirene. Fliegeralarm! Wir müssen wie üblich mit unserer vollen Ausrüstung in den Keller und liegen hier auf langen Holzpritschen, die zu je zwei Stück übereinander aufgebaut sind. Ich liege bequem, den Stahlhelm als Kopfpolster in den Nacken geschoben, in einer langen Reihe neben den Kameraden auf der Pritsche und genieße die erzwungene Ruhe. Vom Zugführer werde ich aufgerufen. Ich muss die Vollständigkeitsmeldung der Kompanie zum Bataillonsgebäude überbringen. Na toll! Im Freien angekommen ist es hell, die Nacht wie von Lampen beleuchtet. Der Himmel über der ganzen Stadt unten im Tal ist erhellt. In Massen stehen Lichter am Himmel, die eigentlich nicht nach unten gleiten. Die Luft ist erfüllt von einem unheimlich lauten Motorengeräusch aus Flugzeugmotoren. Über mir, aus Westen kommend, fliegen viele Pulks feindlicher Bomber über die Kaserne zur Stadt. Mein Blick geht nach oben. Riesengroß sind die Bomber über mir. Ganz nah! Sie fliegen so tief, dass ich einen Bordschützen in einer Heckkanzel am Rumpfende eines dieser großen, viermotorigen Flugzeuge erkennen kann.

Schon fallen die ersten Bomben in der Stadt. Ich bekomme Angst! Meine Meldung, die ich abgeben muss, habe ich vergessen. In Panik verfallen, fange ich an zu rennen und flüchte in südlicher Richtung. Eine ziemlich hohe Mauer habe ich, ich weiß nicht wie, leicht und mühelos überwunden und lande in der Artilleriekaserne auf dem Heidenberg. Die Flucht geht weiter talwärts. Im Tal angekommen, fallen auch hier einige Bomben. Ich werfe mich unter einen großen Baum, umschlinge mit meinen Armen den Stamm und spüre das Beben der Erde. Die Erde mit dem Baum und mir ist in Aufruhr und wird in Sekundenbruchteilen hin und her bewegt. Ich werde einige Male von der Erde abgehoben und schwebe für kurze Zeit in der Luft. Dann ist es vorbei. Es fallen keine Bomben mehr.

Mein Körper zittert vor Angst wie Espenlaub. Ich bleibe noch einige Zeit liegen. Nach und nach beruhige ich mich. Nun fällt mir plötzlich meine Meldung ein. Es kommen mir starke Bedenken. Ich habe Fahnenflucht begangen! Feigheit vor dem Feind! Das wird sehr schwer bestraft. Ich erhebe mich, gehe bedrückt, langsam, schweren Herzens bergauf zur Kaserne. Jetzt geht es mir dreckig, denke ich. Oben angekommen, ist die Kaserne leer. Alle Einheiten sind in das zerbombte Siegen zum Hilfseinsatz ausgerückt. Ein Oberfeldwebel, der einige versprengte Soldaten aufgesammelt hat, kommt mir entgegen und mit ihm geht es bergab in die Stadt. Hier sieht es schlimm aus. Überall Brände durch Brandbomben, zerstörte Hausreihen, Tote und Verletzte werden geborgen. Eine junge Frau hält ein kleines, lebloses Kind im Arm. Sie steht auf einer mit Trümmern übersäten Straße und ruft laut immerzu: „Wach auf, wach auf, du sollst aufwachen!“. Ihr Mantel ist seitlich aufgerissen, Blut fließt aus ihrem Bein, ihre Augen blicken starr und hilflos auf das Kind.

Ich komme aus dem Keller eines zerbombten Hauses. Beide Arme mit vollen Einmachgläsern beladen, gehe ich auf der Haustreppe abwärts. Wer kommt mir da von unten entgegen? Ein Schulkollege, Ernst Zinn, aus Hilders! Wir haben den gleichen Beruf erlernt und hatten vor gut einem Jahr zusammen ein Erlebnis bei einem Luftangriff in Fulda. Die Freude ist groß. Auch er ist auf dem Heidenberg, aber bei der Artillerie. Wir wollen uns einmal treffen. Noch einige Tage sind wir in Siegen im Einsatz. In dem Durcheinander nach dem Fliegerangriff ist es nicht aufgefallen, dass ich meine Meldung nicht abgegeben habe. Da habe ich großes Glück gehabt!

 

 

Einsatz an der Front

 

 

Marschbefehl Oder-Front

Mit allen ausgebildeten Kameraden aus unserem Zug erhalten wir am 5. Februar einen Marschbefehl nach Wetzlar zur Spilburg. Hier, auf der Kriegsschule, wird am 6. Februar ein Regiment aufgestellt. Es besteht aus zwei Bataillonen und 2 Kompanien und ist das Fahnenjunker-Grenadier-Regiment 1242. Zusammengestellt ist es aus Fahnenjunkern der Kriegsschule, jungen Soldaten der Wehrmacht und einer kleinen Gruppe vom Volkssturm. Es folgt wieder die Einteilung in Kompanien und Einweisung in Stuben. Wir Soldaten beschnuppern uns und lernen uns kennen. Wieder sind einige aus dem Landkreis Fulda dabei. Ich lerne einen aus Wuppertal kennen. Er heißt Walter und wir verstehen uns gut.

Abends geht die Türe auf, es kommt ein Feldwebel herein. Er ist noch nicht alt und stellt sich uns als unser Gruppenführer vor. Es ist ein Fahnenjunker der Kriegsschule und sein Name ist Amrhein, Wilhelm ist der Vorname. Zum Kennenlernen führen wir lockere Gespräche. Er sucht einen MG-Schützen I und einen stellvertretenden Gruppenführer. Mein Kamerad aus Wuppertal und ich kommen in Frage. Das Streichholz entscheidet. Walter wird MG-Schütze I und ich Stellvertreter des Gruppenführers. Wir drei werden gute Kameraden und pflegen eine Freundschaft, wobei wir zwei jedoch nie vergessen, dass er unser Chef ist. Jeder ist für den Anderen da.

Wir erhalten unsere Waffen. Schon nach einigen Tagen werden wir in Waggons verladen, und ein langer Zug setzt sich in Bewegung. Die Fahrt geht nach Osten. Am 15. Februar sind wir in Trebnitz, im Märkischen Land, angekommen und werden ausgeladen. Wir marschieren die ganze Nacht mit Tornister, unserer vollen Ausrüstung und schleppen Munition und Panzerfäuste. Ich weiß nicht wohin es geht. Wir marschieren schon Stunden, die Ausrüstung und Panzerfaust auf der Schulter drücken, alle Glieder schmerzen. An einer Straßengabelung machen wir eine Pause. Dort, wo wir stehen, hauen wir uns hin und ruhen. Niemand verliert ein Wort und schon nach kurzer Zeit geht es weiter. Gegen Mittag kommen wir in einem Dorf an, den Namen kenne ich nicht. Keine Menschenseele ist hier zu sehen, die Häuser sind leer, der Ort wurde bereits evakuiert. Hier werden wir gruppenweise in die Häuser eingewiesen. Wir sind hundemüde, hauen uns irgendwo auf den Boden und schlafen. Betten habe ich in diesem Haus nicht gesehen. Die Hausbesitzer haben viel mitgenommen.

 

 

Küchenbulle auf Zeit

Wir bleiben hier, richten uns ein und haben einen lockeren Dienst. Die Front ist weiter im Osten, den Donner der Kanonen hören wir nur schwach. Wir führen kleinere Geländeübungen durch, gehen auf Patrouille und haben Waffenübungen. An einem Nachmittag kommt unser Kompanieführer, Oberleutnant Schöne, zu unserer Gruppe, ruft mich auf und sagt: „Du warst doch im RAD in der Küche?“ Ich bestätige es ihm. „Unser Koch ist krank.“ Er braucht einen neuen Küchenbullen und ich muss mitkommen. Unterwegs zur Feldküche sagt er noch, dass wir eine herrenlose Kuh eingefangen haben, die ich schlachten soll.

Wir kommen zur Feldküche, die am Ortseingang auf einer Wiese aufgestellt ist. Neben der Feldküche ist ein offenes Zelt, in dem ein Tisch und andere Teile untergebracht sind. Auch der Verpflegungswagen, ein Pferdegespann, ist zusätzlich mit einer Plane abgedeckt. Die Kuh ist an einen Obstbaum angebunden. „So, das ist jetzt dein Revier“, sagt der Oberleutnant zu mir. Als erstes müssen wir die Kuh schlachten. Dieses Handwerk kenne ich. Vor meiner Einberufung war ich bereits zwei Jahre in einer Fleischerlehre. Ich nehme den Kopf der Kuh in den rechten Arm, drehe diesen zur Seite damit die Kuh richtig fällt. Der Chef zieht seine Pistole und fragt mich wohin er Zielen soll. Ich zeige ihm die Stelle am Kopf. Der Schuss fällt, ich drehe den Kopf etwas nach und die Kuh ist richtig gefallen. Nun liegt sie mit gestreckten Beinen auf der Seite in der Wiese. Mit einem Schlachtermesser aus der Küche schneide ich ihr, so wie ich es gelernt habe, in einem langen Schnitt den Hals auf und öffne die Schlagader, damit das Blut aus dem toten Körper auslaufen kann. Wir können es nicht auffangen, die Erde wird mit Blut getränkt, welches gerinnt. Jetzt heißt es, die Kuh auf den Rücken drehen, damit ich diese enthäuten kann. Zu zweit drehen wir sie auf den Rücken. Rechts und links schieben wir zwei große Holzscheite unter, damit die Kuh auf dem Rücken liegen bleibt. Nun beginne ich mit dem Enthäuten. Der Oberleutnant ermuntert mich und sagt: „Das schaffst du schon“, dann ist er verschwunden. Ich bin allein und habe kein richtiges Werkzeug. Ich brauche ganz schön lange, bis ich die Kuh enthäutet habe. Nun schneide ich die Bauchdecke der Kuh auf und entnehme die Innereien. Diese werden, wie Kopf und Beine, die ich an den Knien abgetrennt habe, weggeworfen. Es fehlt auch eine Knochensäge. Das Aufteilen der Kuh im Liegen, mit nur einer Holzaxt, geht schlecht und ist nicht fachgerecht. Die Zeit vergeht und ich bin froh, dass ich gegen Mitternacht fertig bin.

Nach kurzem Schlaf muss ich auch schon die Feldküche für den Malzkaffee mit Wasser auffüllen und anheizen. Jetzt heißt es das Fleisch aufteilen, Teile davon in kleine mundgerechte Stücke schneiden und in dem Kessel der Feldküche vorkochen. Dann kommt der Inhalt eines großen Papiersackes mit einem Gemisch aus getrocknetem Gemüse, Karotten, Erbsen, Bohnen und Kartoffelstückchen hinzu. Das Ganze wird unter Umrühren zu einem kräftigen Eintopf aufgekocht und am Mittag in die Kochgeschirre der Essenholer verteilt.

Seit sechs Tagen ist das jetzt meine Beschäftigung. Der Kompanieführer kommt zu mir an die Feldküche und sagt mir, dass der Koch wieder gesund ist und ich zurück zur Gruppe muss. Beiläufig sagt er mir noch, dass unser Koch ein Volkssturmmann und älterer Familienvater ist und ich doch einsehen würde, dass er ihm den Vorrang in der Küche geben muss. Ich sehe das gerne ein und bin froh, dass ich zurück zur Gruppe kann. Kenne ich doch das ständige Gemecker der Landser über den eintönigen Fraß aus der Feldküche.

 

 

Abschuss eines Jagdfliegers

Mit unserer Gruppe sind wir im Gelände auf Patrouille. Wir laufen über einen großen, kahlen Acker, vor uns ein schmaler, kleiner Wald. Plötzlich hören wir aus nördlicher Richtung Motorengeräusche von Flugzeugen, die schnell lauter werden. Schon kommt ein ganzer Pulk russischer Jagdflieger ganz niedrig über der Erde schnell auf uns zugeflogen. Ich schätze sie auf fünfzehn Flieger. Wir rennen in Richtung Wäldchen, das wir nicht erreichen. Die Kameraden hauen sich in die Furchen des Ackers. Ohne jede Überlegung, ganz spontan springe ich weiter zu unserem MG-Schützen II, der im Dreck liegt und das scharf geladene MG hat. Ich ergreife die Waffe und rufe: „Walter“. Die Blicke von Walter und mir treffen sich kurz. Walter hat verstanden und ist schon auf den Beinen. Schnell reiche ich ihm die Waffe, ich drehe mich um und schon spüre ich diese auf meiner linken Schulter. Fest auf dem Acker stehend ergreife ich automatisch den Riemen von dem MG, drücke diesen mit dem Unterarm nach unten, damit das MG auf meiner Schulter festen Halt hat. Walter kniet hinter mir und schon fällt die erste Salve. Ich sehe die Leuchtspurgeschosse, die sich ihren Weg suchen und ein Jagdflugzeug in der Tragfläche und im Rumpf treffen. Schon sind die Jagdflieger an uns vorbeigeflogen und wir verfolgen sie mit unseren Blicken. Das ganze Geschehen spielt sich in Sekunden ab, zum Denken bleibt uns da keine Zeit. Die Flugzeuge fliegen ohne uns anzugreifen noch ungefähr einen Kilometer weiter in ihrer Richtung und schwenken dann nach Osten ein. Jetzt kippt der von uns angeschossene Jäger über die linke Tragfläche ab und stürzt zu Boden. „Hurra!“ schreit die ganze Meute auf. Wir haben einen abgeschossen! Zurück bei der Kompanie meldet unser Gruppenführer den Abschuss. Unser Oberleutnant Schöne belobigt uns, betont aber gleichzeitig, dass wir nicht zu leichtsinnig und mutig sein sollen.

 

 

Nahkämpfe in Klessin

In den letzten Februartagen heißt es wieder Aufbruch. Wir Landser wissen nicht wohin es geht. Es ist ein langer, beschwerlicher Marsch durch die Nacht mit aller Ausrüstung. Wir sind in unserem Einsatzgebiet, den Seelower Höhen, angekommen. Von den Höhen haben wir einen freien Blick über das Oderbruch. Links voraus auf einem Damm, die Bahnlinie nach Küstrin. Hier ist es noch friedlich, aber der Gefechtslärm der Kämpfe an der Front ist näher gekommen. Was erwartet uns?

Nun liegen wir mit unserer Kompanie an einem steil abfallenden Hang auf den Seelower Höhen in Bereitschaft. An diesem Hang bauen wir Schützengräben und Unterstände. Dann, in den ersten Märztagen, kommt der Einsatzbefehl nach Klessin, Abmarsch am Vormittag. Wir marschieren in südlicher Richtung. An der Westseite eines hohen Bahndammes der Strecke Frankfurt/Oder – Eberswalde verbringen wir die Nacht wie Maulwürfe in Höhlen, die wir mit unseren Feldspaten im Bahndamm ausgehoben haben. Am kommenden Tag lagern wir hier. Am Vormittag lässt unser Kompanieführer, Oberleutnant Schöne, die Kompanie sammeln. Er teilt uns mit, dass uns ein schwieriger Einsatz bevorsteht und fordert uns auf, einen Brief an unsere Angehörigen zu schreiben. Gegen 16 Uhr marschieren wir Richtung Podelzig, das wir nach Einbruch der Nacht erreichen. Jetzt wird es ernst. Dieser Abschnitt, die schmale Straße zu dem Gut Klessin, wird vom Gegner eingesehen und in diesen Tagen weitgehend von ihm beherrscht.

Völlige Dunkelheit! Die Kompanie geht entlang der Straße vor. Leise, bemüht alle Geräusche zu vermeiden, kommen wir langsam voran. Der Durchbruch gelingt ohne Verluste. Der erste und zweite Zug beziehen im Gut mit Schloss Stellung und löst eine Einheit der Division „Großdeutschland“ ab, die den Gutshof bisher verteidigt hat. Wir im dritten Zug liegen noch in Bereitschaft, östlich der Kreuzung an der Straße Klessin – Wuhden. Dunkle Nacht! Wir sind neu hier, es ist kalt, wir haben keinen Überblick. Angst beschleicht mich. Unsere Stellung im Gut verläuft nur 12 m von dem feindlichen Graben entfernt, der auf der anderen Seite der Straße liegt, welche hier in einen Hohlweg mündet.

Wir sind noch nicht lange angekommen. Der Russe hat den Stellungswechsel mitbekommen und ist in der Nähe des Schlosses in unsere Stellung eingebrochen. Wir haben den ersten Toten. Es ist ein Fahnenjunker-Feldwebel. Ein Sanitäter und ich bekommen den Befehl, den gefallenen Kameraden zurückzuholen. Entlang der zerschossenen Mauerreste einer langgestreckten Hausanlage, es sind Lagerstätten des Gutes, bewegen wir uns vorwärts. Wir legen den toten Kameraden auf eine Zeltplane und schaffen ihn kriechend zurück. Ich bin 17 Jahre alt und habe bisher noch keinen Toten angefasst. In mir besteht eine gewisse innere Abwehr. Ich entledigte mich meiner Handschuhe, mit denen ich den Toten angefasst habe.

Kurz darauf wird unsere Gruppe in eine kleine Grabenanlage auf den Reitweiner-Sporn bei Klessin verlegt. Ein Soldat der abgelösten Einheit weist uns ein. Aus Richtung Klessin hören wir Panzergeräusche, Geschütz- und Maschinengewehrfeuer. Im Dunkel der Nacht bemerken wir Gestalten, die sich eilig, von Westen kommend, den Hang aufwärts in unsere Richtung bewegen. Sind es Russen oder unsere Leute? Wir wissen es nicht. Es sind drei Mann. Von unserem Gruppenführer, bekomme ich den Befehl, die Parole abzufragen. Als sie einige Meter südlich von uns auf unserer Höhe sind, springe ich aus dem Graben und rufe „Parole“. Die Parole kommt zurück. Ich bin erleichtert. Es ist eine Panzerabwehr-Gruppe mit einem „Ofenrohr“, einer tragbaren Panzerabwehrwaffe. Sie haben den Auftrag, die durchgebrochenen Panzer abzuwehren. Nach Tagesanbruch erkunden wir die Lage. Tief unten am Fuß des Hanges, an den steilen Hang angelehnt, befindet sich ein kleiner Unterstand, aus dem Rauch aus einem Ofenrohr aufsteigt. Sonst nichts. Es ist das Schlupfloch der Panzerabwehrgruppe. Gegen Mittag werden wir abgelöst und kommen zurück in unsere alte Stellung. Eine ausgebaute, abgesicherte Runkelrübenmiete ist unser Unterstand, in dem wir die Nacht verbringen.

Am nächsten Vormittag muss ich eine Meldung vom Kompanieführer zur Nachbarkompanie überbringen, die südlich von uns, Richtung Lebus, in einer langgezogenen Grabenanlage Stellung bezogen hat. Ich muss die russische Stellung umgehen, welche an dem schon beschriebenen Hohlweg verläuft. Mit meiner kompletten Ausrüstung robbe und krieche ich um die Stellung der Russen herum. Dann laufe ich so schnell ich kann in östlicher Richtung über einen großen, ebenen Acker zur Grabenanlage der Nachbarkompanie. Dort angekommen, bleibe ich über dem Schützengraben stehen und will meine Meldung abgeben. „Mensch, willst du abgeknallt werden? Die Scharfschützen haben dich im Visier!“ ruft mir einer zu. Ein Sprung, schnell bin ich unten im Graben und habe meine Meldung übergeben. Ich muss wieder zurück. Doch das ist nicht so einfach. Von einem Granatwerfer werde ich aus der feindlichen Stellung am Hohlweg beschossen. Doch ich habe Glück, alles geht gut.

Ein später, trüber Nachmittag. Mit unserer Gruppe liegen wir in einem Schützengraben am Hohlweg. Wir haben die Aufgabe, als Stoßtrupp auf der gegenüber liegenden Straßenseite in die russische Stellung einzudringen, um einige Gefangene zu machen. Sechzehn Uhr. Motorengeräusch. Am Himmel ein einzelnes Flugzeug, eine Ju 87 auch Stuka genannt. Es ist eines von uns! Ich richte meinen Blick nach oben und sehe, wie der Sturzkampfbomber mit eingeschalteter Sirene im Sturzflug auf uns zukommt. Er löst eine einzige Bombe aus. Volle Deckung, da die Bombe uns gefährlich nahe kommt. Sie schlägt rechts von uns auf der gegnerischen Seite ein. Die Detonation ist noch nicht verhallt, schon kommt von unserem Gruppenführer das Kommando „Los!!!“. Die Kameraden springen aus der Deckung und verschwinden im Hohlweg. Im Sturmschritt schaffen sie die gegenüber liegende Böschung. Kurze Feuerstöße, und schon sind sie im gegnerischen Graben verschwunden. Noch ein Feuerstoß aus einer Maschinenpistole, dann ist Ruhe.

Ich habe die Aufgabe unsere Gruppe zu sichern, und bleibe als einziger in unserer Stellung zurück. Weder nach rechts noch nach links habe ich eine Verbindung zu anderen Gruppen unserer Kompanie. Nichts ist zu hören und nichts zu sehen von den Kameraden im russischen Graben. Ich bin allein! Eine unheimliche trügerische Stille beherrscht die früh einsetzende, leichte Dämmerung. Wo sind die Kameraden geblieben? Was ist mit ihnen geschehen? Wurden sie vom Feind überwältigt? Das sind meine Gedanken, die mich voller Angst verharren lassen. Die Zeit vergeht, ich kann nichts von ihnen wahrnehmen. Dann endlich! Aus östlicher Richtung kommen sie auf dem Hohlweg zurück. Sie haben keine Verluste. Ich bin erleichtert. Die kommende Nacht verläuft ruhig.

Am nächsten Tag, es ist Nachmittag zwischen 14 und 15 Uhr, liegen wir wieder bei unserem Unterstand der Runkelrübenmiete in Reserve. Aus östlicher Richtung sind die Russen in Schlosshöhe in unsere Stellung eingedrungen. Sie rücken innerhalb der langgestreckten Mauerreste der Wirtschaftsgebäude vor, die am Hohlweg liegen und haben bereits die Hälfte dieser Anlage besetzt.

Unsere Gruppe bekommt den Befehl zum Gegenangriff. Wir bewegen uns im Hof des Gutes in Richtung Gegner. Aus der Stellung der Russen, gegenüber des Hohlwegs, werden wir mit Granatwerfern beschossen. Deckung suchend springe ich in eine leere, in die Erde eingelassene, betonierte Siloanlage. Neben mir im Silo, dicht an die Silowand angelehnt, mein Freund, der Gruppenführer. Er hat eine bedrückende Vorahnung und weiß, dass ihm etwas zustoßen wird. Aus seiner Rocktasche zieht er die Anschrift seiner Verlobten und gibt sie mir mit den Worten: „Falls ich falle, schreibst Du meiner Verlobten“. Ich sehe ihn an und nicke nur mit dem Kopf.

Mein Sturmgewehr habe ich am Deckungsrand abgelegt. Als ich es jetzt, beim Verlassen der Deckung ergreife, bemerke ich, dass die Schlossführung von einem Granatsplitter durchschlagen ist. Mit meinem Bajonett versuchte ich, das nach innen durchgeschlagene Metallteil herauszudrücken. In der Eile gelingt es mir nicht, die Waffe ist unbrauchbar. Und das kurz vor dem Gegenangriff! Beim Vorgehen innerhalb der zerstörten Wirtschaftsgebäude beschaffte ich mir in Zeitnot ein Sturmgewehr von einem Volkssturmmann, der unserer Gruppe zugeteilt ist. Ich sage ihm, dass er hinter mir zurückbleiben soll. Der ältere, etwas fürsorgliche Mann willigt sofort ein und gibt mir seine Waffe. Kurz darauf sehe ich beim Vorgehen ein Schnellfeuergewehr auf dem Boden liegen. Ich zeige darauf und er nimmt es an sich. Jetzt hat er wieder eine Waffe, aber nur einige Schuss Munition dafür im Magazin.

Raum um Raum gehen wir vor, uns voran der Gruppenführer. Er ist gerade durch einen Durchgang im nächsten Raum verschwunden, da höre ich einen Schuss und einen Aufschrei. Es ist unser Gruppenführer. Eilig hat die Gruppe rechts des Durchgangs Deckung gesucht. Mit dem Sturmgewehr im Hüftanschlag stehe ich im zurück liegenden Türbogen. Schnell, unbewusst, ohne jede Überlegung, springe ich nach vorne und gebe einen Feuerstoß aus dem Sturmgewehr ab. Der Raum ist leer. Kein Russe, auch mein Freund, der Gruppenführer, ist nicht zu sehen. Links ist ein Ausgang zum Hof. Ich laufe hinaus. Da sehe ich ihn, den rechten Arm nach oben gestreckt, eilig nach hinten laufen.

Im gleichen Moment höre ich von hinten den Zugführer laut rufen: „Reinhart übernimmt das Kommando!“.

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ISBN 978-3-00-042000-9

© Hugo Reinhart – 2013


 

Copyright © Hugo Reinhart – 2013 - Zweiter Weltkrieg - Kriegstagebuch

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 Aus dem Kriegstagebuch Zweiter Weltkrieg:   Klessin im Oderbruch,  10. März 1945. Stundenlanges Trommelfeuer, viele sind gefallen, ich bin verwundet, wir sind  eingeschlossen! (Gemälde)

Aus dem Kriegstagebuch
 Zweiter Weltkrieg:

  Klessin im Oderbruch,  10. März 1945. Stundenlanges Trommelfeuer, viele sind gefallen, ich bin verwundet, wir sind eingeschlossen! (Gemälde)